- Mit der Lufthansa A380 über die Alpen! Be part of it!
- Fighterpower @ ELITE 2010
- Spotten in Schwechat – Mit Germanwings nach Wien (VIE)
- Under African Skies 2008 (VII) - The Final Trip around South Africa
- Under African Skies 2008 (VI) – Spotting Planes @ Joburg Airports
- Under African Skies 2008 (V) - Riding the Boeing 737-200/Adv. for the first time!
- Under African Skies 2008 (IV) - Spotting in Cape Town
- Under African Skies 2008 (III) - Rand-Airport + Kruger-Park + Swaziland
- Under African Skies 2008 (II) – City-Bilder + JNB
- Under African Skies 2008 (I) - Flug FRA-JNB + Lanseria (HLA)
Under African Skies 2008 (V) - Riding the Boeing 737-200/Adv. for the first time!
Ohne Zweifel: „9/11“ hat dem Hobby Luftfahrt wirklich zugesetzt. Vieles, was früher einfach erschien, kann heute leider so einfach nicht mehr erlebt werden. Angefangen mit den Sicherheitsvorschriften an den Flughäfen bis zu den Regularien an Bord - vor, während und nach dem Flug. Warum ich das schreibe? Als wirkliches Paradies kann man Südafrika in dieser Hinsicht wohl auch nicht mehr zählen, dennoch muss man sagen, sind hier Dinge möglich, die man in Europa ohne Beziehungen wohl nicht mehr so einfach erleben kann.
So nun aber zum Bericht, mit dem meine Einleitung wohl etwas klarer wird:
Lange Rede kurzer Text – ich wollte bei meinem Aufenthalt in Südafrika unbedingt Boeing 737-200 fliegen. Wohl meine einzige Chance, jemals dieses Muster zu fliegen. Nachdem ich dieses Vorhaben längere Zeit vor mich her geschoben habe und nicht wirklich verwirklichen konnte, habe ich mir die Zeit nach meinen Examen ausgesucht. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, war mein persönlicher Leitspruch, den ich mir gegeben habe. Meine Pläne mit Nationwide zu fliegen (die national ausschließlich mit 732 flogen) wurden mir leider noch vor meiner Abreise nach Südafrika verwehrt, da die Airline im Frühjahr diesen Jahres nach erbitterten Rettungsversuchen doch Konkurs anmelden musste. Durch regelmäßiges Lesen des SAFlyer-Magazine, der hiesigen führenden Luftfahrtzeitschrift in Südafrika, bin ich dann auf einen Artikel in der Juli-Ausgabe gestoßen, in dem stand, dass Interlink Airlines die Strecke nach Cape Town von Nationwide übernommen hatte und zwei Mal in der Woche die Stadt bedient.
Interlink ZS-SIP, Boeing 737-230/Adv. ein Maschine ex-Lufthansa, wie man an der Boeing Customer Nummer erkennen kann.:
Kurz im Internet geschaut, und die Homepage der Airline aufgerufen. Aha – die haben ja auch noch DC-9 – hmm – also zum Flughafen gefahren und mich vergewissert, dass auch wirklich mit 732 geflogen wird und gleich gebucht. 698ZAR Endpreis wurden meiner Kreditkarte abgezogen und ich war um 100% glücklicher. Schon bei der Buchung hatte ich mich gleichzeitig um einen Jumpseat bemüht und mit den Verantwortlichen gesprochen. Klar, man konnte mir nichts versprechen, würde sich aber dennoch bemühen vielleicht irgendetwas Möglich zu machen. Ich soll doch einfach das Bording abwarten und dann würde man unter Umständen schon auf mich zu kommen.
So habe ich mich dann Freitags gegen 11.30 Uhr zum Flughafen aufgemacht um meinen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen. Nach dem Prinzip „First come – First served“ werden bei Interlink die Sitze vergeben. Mit diesem freundlichen Hinweis stand ich also 2 Stunden und 15 Minuten vor Abflug am Check in und war der zweite, der seine Bordkarte in der Hand hielt. Über Airliners.net hatte ich mir Informationen erarbeitet, von welchem Sitzplatz man die beste Sicht auf die Schubumkehr der 732 hat (einer Gründe, dieses Muster fliegen zu wollen) und so hatte ich mich für 16A entscheiden. Ein absoluter Glücksgriff, wie sich später herausstellte.
Flug:
Strecke: JNB (Johannesburg / O.R. Tambo) – CPT (Cape Town International)
Datum: 2008
Airline: Interlink Airlines
Flugnummer: ID 001
Zeit: 15.30 UTC+2 – 17.30 UTC+2
Reg.: ZS-SIP
Typ: Boeing 737-230/Adv. / cn 22116/701
Auslastung: 30%
Besonderheiten: -
Gebordet wurde an einer Aussenposition, wobei die Busfahrt dahin schon fast der halbe Flug war – so sagte es zumindest einer der Passagiere, der neben mir im Bus stand.:
Preflight Security Announcements mit Eric, unserem Senior Flight Attendant:
Dann gings auch schon zur Startbahn 03L:
Mittlerweile hatten ein kleines südafrikanisches Sommergewitter eingesetzt, wodurch ein paar Regentropfen am Fenster hängengeblieben sind.:
Kempton Park, ein Vorort von Johannesburg unter uns.:
Zu schön, das Pratt & Whitney JT8D.:
Ab jetzt kann ich leider nur noch in Worte fassen, was passiert ist.
Kurz nach dem Start, wir waren ca. auf FL200 wurde ich dann nach vorne ins Cockpit gebeten. Eric der etwas betagtere Flugbegleiter kam zu mir setzte sich auf den freien Platz neben mir und unterhielt sich ein bisschen und sagte dann den von mir so heiß ersehnten Satz: „You can now go to the cockpit - the only thing - no photos in the cockpit during the flight!“ Schade dachte ich mir, trotzdem kann man sich so eine Chance im Leben nicht entgehen lassen und bin mit ihm nach vorne gewandert. Dann zuerst einmal freundliche Begrüßung durch den Captain und seinen F/O. Meinen Jumpseat wurde ausgeklappt und ich durfte Platz nehmen. Danach erst einmal Service. Der Captain orderte ein Cola, ich auch. Danach kamen wir ins Gespräch, der F/O übernahm den weiteren Flug. Woher ich komme, warum Jumpseat usw. Also alles erklärt, Planespotting und so, uns über die neuesten Restaurationsstücke der Fliegerei in den Hangars von Rand und Lanseria ausgetauscht. Dann ein wenig Historie der ZS-SIP. Wie man unschwer an der Boeing Werksnummer erkennen kann, eine Lufthansa Maschine, die ihren Weg von Deutschland zu Croatia Airlines gemacht hatte, dann von Air Slovakia übernommen wurde, weiter im N-Reg landete und dann nach Südafrika kam. Anfangs für South African Airways, dann zu Comair überging und nun bei Interlink ist.
Eine einzige Aufnahme durfte ich dann doch noch machen, allerdings ohne erkennbare Crew.:
Wir waren mittlerweile auf FL270 angelangt und überflogen Kimberley, ein relativ Verschlafenes Nest mitten in Südafrika, das eigentlich niemand kennen würde, hätte es nicht das größte von Menschenhand gegrabene Loch vorzuweisen. Eine kurze Ansage an die Passagiere auf der rechten Seite, die jetzt das Loch bestaunen konnten. Vor uns allerdings türmten sich die Wolken zu riesigen Zuckerhüten auf – was so imposant und unheimlich schön anzusehen war, waren allerdings gewaltige Gewitterwolken. Kurzerhand gab es dann einen Kurswechsel und wir umflogen die Ungetüme weiträumig. Dann einige (vielleicht auch ein wenig mehr) Anekdoten aus dem fliegerischen Leben des Captain. Eigentlich hätte ich damit gerechnet, vor Cape Town wieder auf meinen Jedermann-Sitzplatz zu müssen, aber Nein, ich wurde gefragt, ob ich noch bis zur Landung vorne bleiben wolle? Nun, was soll man dazu noch sagen?
Ein strahlend glücklicher Mitflieger!:
Ursprünglich war vorgesehen auf der 19 zu landen, was jedoch vom Tower verwehrt wurde und mit heftigem Schimpfen innerhalb des Cockpits quittiert wurde. Also ging’s von Süden auf die 01.
Ich weiß nicht aus welchem Grund, jedenfalls entschied sich der Captain, unsere "Lady" trotz mittlerweile schon dicken tiefen Wolken über FACT im Visual gen Boden zu bringen. Kurz vor dem Eindrehen auf die 01 noch einmal eine gemeinsame Suche nach der Runway und die Vergewisserung, dass wir richtig sind. Dann ging es daran, die Flaps zu setzen und die Geschwindigkeit zu reduzieren. Wow, das ist wirklich Teamarbeit! Der Captain am Steuerhorn mit kleinen Ausschlägen die Boeing steuernd, dabei das ganze an seinen F/O dirigierend: „Flaps 10“ „Flaps 15“ „Flaps 25“ „Flaps 30“, der jedes Mal das Einrasten des Bolzen in der Position mit einem kurzen aber klaren „Set“ quittierte und dazwischen immer die aktuelle Angabe der Geschwindigkeit durchgab. Ich hab immer mal wieder nach dem PAPI geschaut und ansonsten mit erhabenem Gefühl das aktuelle Geschehen auf mich wirken lassen. Dann der Touchdown und kurz danach das Aufheulen der Reverser. Ich war in dem Moment kein bisschen traurig, kein Photo davon zu haben, denn das was ich bisher erlebt hatte, war besser als jedes Photo. Über einen Verbindungs-Taxiway sind wir dann abgerollt und zu unserer Position gekommen. Vor uns der Marshall, der uns eingewunken hat, bis seine Arme gekreuzt waren und wir endgültig standen. Ich kann nicht verheimlichen, in diesem Moment wahrscheinlich eine winzig kleine Freudenträne verdrückt zu haben. Da saß ich nun in meinem Jumpseat und dachte, dass das alles nur ein Traum war. Dann half man mir auch schon aus dem Cockpit, besser gesagt, der Jumpseat wurde für mich eingeklappt, so dass ich durch die Türe konnte. Noch einmal habe ich mich bei der Flight-Crew für dieses wahnsinnige Erlebnis bedankt sowie den Flugbegleitern meinen Dank ausgesprochen und dann schnell mit zittrigen Knien in den Bus gestiegen, der nur noch auf mich wartete und dann ab zum Domestic-Terminal fuhr. Ich gestehe, dort wahrscheinlich jeden wie ein Honigkuchenpferd angelächelt zu haben.
Mein Rückflug ging nur ein paar Stunden später wieder nach Johannesburg. Da es bei 1time nur einen Online Check-In gibt, ich diesen aber nicht gemacht habe, da ich eine richtige Bordkarte haben wollte, musste ich noch ein Weilchen warten, bis der Schalter endlich aufmachten. Gleich nachdem ich meine Bordkarte in der Hand hielt, bin ich zu „Spurs“, einer südafrikanischen Restaurantkette im Terminal gegangen, um mich für den LowCost Rückflug mit einem BBQ-Chicken with Chips and Onion Rings zu rüsten. Danach noch ein bisschen in SAFlyer, AirlinerWorld, African Pilot und World Airnews geschmökert, bevor es wieder durch die Security in den provisorischen Gate-Bereich ging. Dort überraschten mich tumultartige Menschenmassen die lauthals ihrer Wut freien Lauf ließen. 

Es war schnell das Warum geklärt: Der 1time-Flug "1T 112" vor meinem (nach Johannesburg) war um knappe 4 Stunden delayed. Das war der Stand um knapp 21.00Uhr. Eine halbe Stunde später war er dann schon um 6 Stunden verspätet, was bei einer Flugzeit von 2 Stunden eine ETA (estimated time of arrival) von 02.00Uhr bedeutet. Für einen Flughafen wie O.R. Tambo ohne Anschluss an ein öffentliches Personentransportsystem sowie der stetigen Gefahr, sich nachts durch die Stadt bewegen zu müssen, natürlich der Supergau. So wurde dann auch fleißig umgebucht, womit unsere Maschine natürlich bis auf den letzten Platz gefüllt war.
Wie schon bei meinem letzten Flug ex Cape Town, war mein Flug wieder ein reiner Nachtflug. Durch mein BBQ Chicken hatte ich allerdings die nötige Ruhe, noch ein paar Nachtbilder frei Hand zu machen.
Flug:
Strecke: CPT (Cape Town International) - JNB (Johannesburg / O.R. Tambo)
Datum: 2008
Airline: 1time
Flugnummer: 1T 116
Zeit: 21.20 UTC+2 – 23.20 UTC+2
Reg.: ZS-TRD
Typ: McDonnel Douglas MD-82/ cn 48022/1079
Auslastung: 100%
Besonderheiten: „Vodka Pushkin“ special cs

Letzte Besprechung und ein wenig Small-Talk vor dem Start.:
Kurz vor O. R. Tambo, der Anflug über das riesige Lichtermeer von Johannesburg. Wahnsinn!:
... und natürlich durfte auch das obligatiorische Cockpitbild der ZS-TRD nicht fehlen.:
Der Bitte des Captain, die Sache mit dem Jumpseat so privat wie möglich zu halten, möchte ich natürlich auch in diesem Bericht nachkommen. Deshalb habe ich das Datum sowie personenbezogene Hinweise weggelassen. Vielen Dank für das Verständnis.
PS: Und noch während ich an diesem Bericht sitze, revidiere in gewissen Maßen mein Urteil vom Anfang. Letzte Woche hat es mich erwischt. Ich weiß nicht warum, wieso und weshalb. Ich stand wie immer im Anflug auf die 03R mitten im Feld. Die südafrikanische Polizei hat mich unter der Begründung der allgemeinen Terrorismusgefahr auf Ihre Dienststelle mitgenommen und mich erfasst. Mit allem drum und dran. Erstmal eine Stunde Verhör - warum ich am Flughafen stehe und Flugzeuge fotografiere - danach musste ich meine schon gemachten Bilder zeigen und jedes Flugzeug bei seiner Fluggesellschaft benennen, wobei alles schriftlich mit protokolliert wurde. Danach viele Bilder von allen Seiten von mir, schön mit einem Täfelchen in der Hand mit meinem Namen vorne drauf und zu guter letzt Fingerabdrücke aller Finger mitsamt Handballen. Hmm, mal schauen was bei meiner Ausreise noch alles passiert.
Fazit: Ganz ehrlich, dann lieber etwas „weniger Flugzeug“ in Europa, dafür aber ungestört am Zaun sein!